Juliette Milone
Master Music Performance – Jazz and Contemporary Music
Frankreich
25-891-185
Bei unserem Gespräch ist Juliette in der Nähe von Strasbourg und sitzt an der Sonne. Dort ist sie während der Semesterferien. Ihre Familie ist zwar auch in Frankreich, aber weiter weg, näher an der Grenze zu Spanien. Die 2001 in der Nähe von Paris geborene Künstlerin wuchs dort in der Region um Toulouse auf, in den Bergen mit vielen Kühen. So anders war der Umzug in die Schweiz darum auch nicht, Berge und Kühe sind geblieben. Nichtsdestotrotz hat sich vieles für sie verändert.
Violine spielt Juliette, seit sie etwa sieben Jahre alt ist. Prägend in ihrem musikalischen Werdegang war ihre erste Lehrerin im Violinunterricht. Diese organsierte Projekte, in denen bereits junge Kinder in einem Orchester mitmachten – selbst, wenn sie nur eine einzige Note spielen konnten. «It gave you the feeling that you are part of something, even if you were just playing something really simple», sagt Juliette. Das ist etwas, was sich auch in ihrer eigenen Praxis zeigt. Musik ist nicht einfach Musik für Juliette. Musik ist ein Weg, um sich auszudrücken, um Probleme zu lösen, um etwas zu lernen. «This is something I really like, that art can be kind of a bridge with a lot of different things.»
Ihre musikalische Ausbildung absolvierte sie in Frankreich, wo sie am Konservatorium in Toulouse und an der HEAR in Strasbourg studierte. Neben der klassischen Musik ist sie ausgebildet in der Pädagogik und qualifiziert, Violinunterricht zu geben. Das wäre auch der Plan gewesen, wäre sie in Frankreich geblieben.
Die Violinistin begeistert sich jedoch nicht nur für klassische Musik. Obwohl ihr Instrument nicht typisch für die Musikrichtung ist, interessierte sie sich auch für Jazz.
Als sie sich an den Informationstagen der HKB die Masterprogramme anschaute, dachte sie darum, dass sie höchstens einen Master in Komposition machen und zusätzlich ein paar Kurse im Bereich Jazz belegen könnte. Doch durch Zufall kam es anders, erinnert sich Juliette: «At the open doors, I discussed with the director of the jazz department and he said to me, ‹you can just try applying› and that they are looking for a lot of different kinds of profiles in the master programmes.»
Seit dem Sommer 2025 lebt Juliette darum in einer WG in Bern und studiert im Master Music Performance Jazz and Contemporary Music. Sie war eine von nur acht neuen Studierenden im Bereich Musik, die mit einem Stipendium ausgezeichnet wurden. Eine private Stiftung vergab einmalig 2500 Franken an vielversprechende Talente. Die Preise hatten das Ziel, den Studienstart an der HKB zu unterstützen. Eine willkommene Hilfe für Juliette. «I worked for three years before coming to Switzerland as a teacher, aside from my studies. Still it was quite a great help for me, because I only had the income that I had put aside or money from summer jobs, but that doesn’t really last in Switzerland», erklärt sie.
Mit den neuen Erhöhungen der Studiengebühren, die für internationale Studierende wie Juliette eine Verdreifachung der Kosten bedeuten, würde dieses Stipendium die Studiengebühren für nur ein einziges Semester abdecken. «The first time they told us that the fees are increasing, I was like, okay, I could never do a second year in Switzerland. I cannot», so Juliette. Zu ihrem Glück hat die HKB kommuniziert, dass bereits immatrikulierte Studierende während des aktuellen Studiums nicht von den Erhöhungen der Studiengebühren betroffen sind.
Und was erwartet Juliette nach dem Master an der HKB? Darauf hat sie eine klare Antwort: «I really like learning. So I want to be a learner for all of my life.»
Als Lehrperson, sagt sie, lernt sie mit jeder Begegnung dazu. Da die pädagogische Arbeit jedoch auch viel Energie fordert, wünscht sie sich auch ein wenig Raum für sich selbst, Raum für Experimentation und Kreation und für das Zusammenarbeiten mit anderen Kunstschaffenden.