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N°1/2026
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Larissa Durisch

Text

Kulturjournalistin in Bern

Bachelor Vermittlung in Kunst und Design
Schweiz
23-470-925

Für ihr Porträt in dieser Zeitung entschied sich Larissa Durisch für einen speziellen Ort: eine Schwelle an der Berner Aare. Sie weiss einiges über diese Vorrichtung, hat sie doch einst eine Seminararbeit über diesen Ort geschrieben beziehungsweise darüber, wie die Stadt Bern und diese Schwelle zusammenhängen. Durisch wurde 2003 in Chur geboren und hat dort das Gymnasium besucht. Danach hat sie den Vorkurs an der Hochschule Luzern im Bereich Kunst absolviert. Sie wechselte schliesslich nach Bern, um Vermittlung in Kunst und Design an der HKB zu studieren. Als künftige Kunstvermittlerin gäbe es zwei Wege: Unterrichten oder Kuratieren. Durisch freut sich nach dem abgeschlossenen Bachelor auf ein Zwischenjahr, in dem sie in der Praxis herausfinden will, welche der beiden Richtungen ihr mehr zusagt.

Schon am Gymnasium hatte sie einen Schwerpunkt «Kunst» gewählt und stellte fest: Kunst ist mehr als Malen und Zeichnen. Am Vorkurs in Luzern wurde Bewegung für sie immer wichtiger. Zusammen mit sieben anderen Studierenden gründete sie die Performancegruppe Domosomos, mit der sie bereits mehrmals am Performancefestival Act in Erscheinung trat. Durisch ist unter anderem von dem Choreografen Steve Paxton (1939–2024) fasziniert. Der experimentelle US-amerikanische Tänzer habe den Körper nicht als Mittel zum Zweck gesehen, seine Bewegungen hätten kein klares Endziel verfolgt. Sie selbst hat immer schon viel getanzt: klassisches Ballett, Jazz, Contemporary Dance, Hip-Hop und Impro. «Letztes Jahr habe ich mit Flamenco angefangen.» Dass sie klassisches Ballett gemacht habe, stehe ihr manchmal im Weg. «Es ist schwierig, eine gewisse antrainierte Körperspannung auch einfach mal loszulassen.»

Durisch befindet sich in ihrem Studium im sechsten Semester. Es sei das freiste bisher. Sie will künftig eine Vorlesung über islamische Textilien besuchen und einen Schreibkurs absolvieren. In der übrigen Zeit wird sie mit der Bachelorarbeit beschäftigt sein. Das letzte halbe Jahr hat sie in Sevilla verbracht, wo sie Skulptur studierte. Aus der Zeit in Südspanien nimmt sie zahlreiche neue Interessen mit. Doch auch ältere sind weiterhin präsent: Das Thema Film, das sie im Semester davor im Rahmen eines Videoprojekts studierte, bleibt aktuell. Durisch begab sich darin auf Spurensuche nach der Muttersprache ihres Grossvaters. Sie selbst hatte an der Schule zwar Rätoromanisch gelernt, die Sprache allerdings nicht zu Hause gesprochen. Ihre Recherchen führten sie in ihr Heimatdorf Domat/Ems, in ihre Kindheit und ins Haus ihres bereits verstorbenen Grossvaters. Dort fand sie unter anderem alte Kassetten mit romanischem Liedgut, das sie in ihrem Film einsetzte. «Ich mag Dokumentarfilme, in denen sich die Macher*innen selbst einbringen.»

Auf Weisung des Kantons Bern führt die Berner Fachhochschule (BFH) auf das Herbstsemester 2026/2027 höhere Studiengebühren ein. Durisch, die für eine Firma jobbt, die Bühnen auf- und abbaut, wird von ihren Eltern unterstützt. Doch sie fürchtet, dass die Hochschule für ausländische Studierende zu teuer werde und so an Internationalität verliere. «Es ist schade, wenn Studierende aus dem Ausland mit geringeren finanziellen Mitteln nicht mehr die Chance erhalten, in Bern zu studieren», so Durisch.