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N°3/2025
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Ausrufen und antworten!

Wie fühlt sich Zukunft an? Et si je préfère quelque chose d’humain? Wenn wir am Rand stehen und unser Echo aufschreiben, was bleibt uns dann noch? Und wie fühlt man sich eigentlich, so als angehende Autor*innen, mit der ganzen KI-Sache und so?

Ich höre Musik von einer selbstbezeichneten Girlband mit Texten, Sound und Stimmen, alles generiert von einer KI. Die Musik ist gut. Sie singen über Girlpower und Kokain, es ist ironisch und humorvoll und so menschlich. Das macht Sinn für mich, da KI von Menschen geschaffen ist, von Menschen lernt und sie imitiert. Eine Art Pinocchio, kein echter Junge, sondern aus Holz beziehungsweise aus 0 und 1, Kupfer und Lithium und Geppetto ist ein Typ im Silicon Valley mit einem Kokainproblem und einem SUV. Da haben wir das Kokain wieder. Kokain scheint mir beim Thema rund um KI fast so wichtig zu sein wie Inzucht. Inzucht wegen des Habsburger-Effekts, benannt nach den Habsburgern, die sich damals, um ihre Macht zu halten, quer durch den eigenen Stammbaum fortpflanzten und einige eher gravierende genetische Defekte davontrugen; ein Prozess, der sich eventuell bei KI im Internet wiederholen könnte. Wenn nämlich alles mit und von KI geflutet wird, mutiert das Internet zu einer Echokammer. Während ich nicht generell auf den Untergang aller KI hoffe, benutze ich sie beim Schreiben dennoch bewusst selten. Word korrigiert zwar meine Texte, automatisch, weil ich faul und schlecht in Grammatik bin, aber ich meide beim Recherchieren die Übersicht des Gemini AI Bot von Google, die nur wegzugehen scheint, wenn ich in der Suche Schimpfwörter benutze. Mein Suchverlauf sieht darum ziemlich suspekt aus, aber ich mache es im Namen der Eigenverantwortung der Umwelt gegenüber, schliesslich verschleudert KI eine Unmenge an Wasser und Energie. Also google ich «Typisches Auto Tech-CEO» und setze «Arschloch» dahinter.

Das Ergebnis ist «Tesla», egal ob mit oder ohne Fluchwort.