Was ist und macht Visarte Bern?
Vertreter*innen von Visarte Bern*, der regionalen Sektion von Visarte Schweiz – dem Berufsverband der visuell schaffenden Künstler*innen in der Schweiz –, berichten über ihre Tätigkeitsbereiche und die Angebote eines Berufsverbandes.
Was macht eigentlich ein Berufsverband?
Als Berufsverband Visarte Bern vertreten wir den Künstler*innen-Beruf auf regional politischer Ebene – das bedeutet unter anderem, dass wir mit regionalen Politiker*innen, aber auch mit der städtischen sowie kantonalen Kulturförderung regelmässig im Austausch sind und die Bedürfnisse von uns bildenden Künstler*innen kennen und einbringen. Andererseits bietet Visarte verschiedene Dienstleistungen für die Aktivmitglieder an – dazu gehört auch die Taggeldkasse, die den versicherten Mitgliedern bei Krankheit, Unfall oder Wochenbett ein Taggeld gewährt.
Wie unterstützt Visarte Bern die Professionalisierung von Kunstschaffenden – etwa beim Einstieg in die Selbstständigkeit, bei rechtlichen Fragen oder bei der Vernetzung?
Unsere Aktivmitglieder unterstützen wir in praktischen Fragen – hierzu bieten wir Beratungsgespräche an oder leiten die Kunstschaffenden an eine geeignete Person oder Stelle weiter. Zur Vernetzung gibt es zurzeit die «Letzte Runde» – ein Austauschformat, jeweils am letzten Tag des Monats, sowohl für Mitglieder als auch für Interessierte. Weitere Formate zur Vernetzung und die Entwicklung eines Infopools sind in Planung. (Die nächste «Letzte Runde» findet übrigens am 30. November statt.)
Das Manifest von Visarte Bern, in dem eure Grundsätze und Intentionen dargelegt werden, fordert eine gerechtere Verteilung von Ressourcen im Kulturbereich. Wie können junge Kunstschaffende – insbesondere Alumn*ae der HKB – konkret von euren politischen und strukturellen Forderungen profitieren?
Als Aktivmitglied – die nächste Bewerbungsfrist ist am 10. März 2026 – können junge Kunstschaffende von diversen Dienstleistungen profitieren – zum Beispiel dem AIAP-Ausweis, der national wie international als Nachweis für professionell arbeitende Künstler*innen dient und in vielen Museen zu ermässigtem oder freiem Eintritt berechtigt. Im monatlichen, digitalen Newsletter informieren wir über wichtige regionale politische Beschlüsse und Änderungen, informieren über kulturpolitische oder kulturelle Veranstaltungen und über wichtige Anpassungen zur Kulturförderung. Und ganz konkret haben wir es letztes Jahr (mit gezielter Interessensvertretung) geschafft, gemeinsam mit den Berufsverbänden von Theater und Tanz im Stadtrat unsere Forderung nach einer substanziellen Budgeterhöhung für die Projektförderung durchzusetzen.
Ihr betont die Notwendigkeit von Solidarität unter Kunstschaffenden. Wie lebt Visarte Bern diesen Wert im Alltag – und wie können sich junge Künstler*innen aktiv einbringen?
Die Erarbeitung unseres Manifests war einer unserer ersten Amtshandlungen – sie hat uns geholfen, unsere Werte sowohl nach innen als auch nach aussen zu festigen.
Wir leben nicht nur in unserer Vorstandsarbeit, sondern auch in Begegnung mit Kunstschaffenden, ob Jung oder Alt, möglichst horizontale Beziehungen und praktizieren eine angenehme Kommunikationskultur. Wir freuen uns, wenn wir für junge Künstler*innen und im Speziellen auch von HKB-Alumn*ae als Ansprechperson wahrgenommen werden. Wir sind offen für Mitgestaltung, Inputs und Kollaboration.