Kunst will publiziert werden
Fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt:
So werden Kunstprojekte verspottet, die kein Publikum finden. Kunst produzieren heisst demnach: für ein Publikum aufbereiten. Kunst publizieren heisst auch: eine eigene Öffentlichkeit schaffen. Eine Kunstkarriere beginnt mit dem Showcase. Die dafür bereitstehenden Medien – von Ausstellungsräumen über Zeitschriften bis hin zu Spotify und Instagram – unterliegen steter Veränderung. Junge Künstler*innen müssen immer mehr Medien bedienen. Vor lauter medialer Agilität droht der Inhalt zu kurz zu kommen.Was heisst das für Kunststudierende? Welche medialen Plattformen passen? Welche sind nicht erreichbar? Was heisst Independent Art Publishing? Was heisst überhaupt publizieren – vom künstlerischen Erzeugnis über die Verlagsfindung und schliesslich die Promotion ist mitunter ein langer Weg. Wo und was publizieren Kunstforschende? Wie schaut es auf der Gegenseite aus, bei der Kulturberichterstattung?Das klassische Feuilleton ist tot. Im rasanten Medienwandel gehen marginale Themen wie Kunst unter. Kunst und Wissenschaft sind vom Sparhammer bedroht. Wer stopft diese Lücken? Welche Rolle kann eine Zeitung einer Hochschule spielen?Die HKB-Zeitung geht Fragen im Dunstkreis von Kunst und Medien nach, aus Sicht der Hochschule der Künste Bern und mit Blick auf deren Umfeld, wirft einen kunst- und medienkritischen Blick auf den Raum Bern. Uns nimmt wunder, wie jüngere Akteur*innen publizieren. Wir lassen aber auch erfahrenere Publizist*innen zu Wort kommen. Brüche tun sich auf, aber auch Kontinuitäten werden erkennbar. In diesem Sinne: viel Spass beim Lesen dieser Publikation.
Christian Pauli
Leiter Redaktion HKB-Zeitung